Urheberrecht
AG Berlin-Charlottenburg:
Stadtplan-Ausschnitte
Wer in einer Vielzahl von Fällen
mit gleichem, rechtlich einfach gelagerten Sachverhalt Abmahnungen
verschickt, nur einen Bruchteil der Abgemahnten schließlich auf
Zahlung von Schadensersatz verklagt muss, kann Abmahnkosten nur in
Form einer angemessenen Pauschale in Höhe von 100 € ersetzt
verlangen.
Amtsgericht
Berlin-Charlottenburg, Urteil vom 11. April 2005, 236 C 282/04 -
Stadtplanauschnitte.
OLG Hamm: Urheberrecht an
Computergrafiken
Die in eine Website eingebetteten
Grafiken können Werke der bildenden Kunst im Sinne von § 2 Abs. 1
Ziffer 4 UrhG sein, haben aber jedenfalls dann nicht die nach § 2
Abs. 2 UrhG für einen Schutz erforderliche Gestaltungshöhe, wenn es
sich lediglich um die Entfremdung einer Fotografie durch
Computertechniken handelt. Programmierte Computergrafiken sind keine
Lichtbilder im Sinne des § 72 UrhG, da es sich nicht um Bilder
handelt, die unter Benutzung strahlender Energie erzeugt wurden und
der schöpferische Akt nicht in der Bildherstellung, sondern in der
Programmierung liegt. Eine unlautere Nachahmung nach § 4 Ziffer 9
UWG kann bei Grafiken, die keinem Urheberrechtsschutz unterfallen,
nur gegeben sein, wenn zusätzliche Umstände vorliegen, die zur
Unlauterkeit der Übernahme führen.
Oberlandesgericht Hamm, Urteil 24. August 2004, 4 U 51/04 -
Computergrafiken.
OLG
Frankfurt/Main: Raupkopierte Anwaltsbeiträge
Wer Beiträge, die ein
Rechtsanwalt auf seiner Website veröffentlicht, ohne dessen
Erlaubnis auf seiner eigenen Internetpräsenz veröffentlicht,
schuldet dafür eine fiktive einfache Lizenz. Die Höhe der Lizenz
richtet sich nach den Vergütungssätzen VR-W 2 der GEMA (50 € je
Monat und Beitrag). Wird der Urhebervermerk entfernt, erscheint ein
Strafzuschlag von 100 % angemessen. Mangels anderer Anhaltspunkte
ist von einer Nutzungsdauer von jedenfalls drei Monaten auszugehen.
Daneben besteht regelmäßig ein Schmerzensgeldanspruch (hier mit
weiteren 5.100 € bewertet).
OLG
Frankfurt/Main, Urteil vom 04. Mai 2004, 11 U 6/02 –
Raubkopierte Anwaltsbeiträge
OLG
Köln: Passfotos im Internet
§ 60 UrhG, der Bestellern eines
Bildnisses ein Recht zur Vervielfältigung des Bildes gibt, ist nicht
auf die „öffentliche Wiedergabe“ anwendbar. Werden Bilder, die von
Fotografen im Kundenauftrag gefertigt wurden, von diesem Kunden im
Internet publiziert, so wird dieser Eingriff in die Urheberrechte des
Fotografen nicht durch § 60 UrhG gerechtfertigt.
Oberlandesgericht Köln,
Urteil vom 19. Dezember 2003, 6 U 91/03 - Passfotos im Internet
AG Berlin-Charlottenburg:
Internet-Leseforum
Die elektronische Verbreitung und
öffentliche Zugänglichmachung durch Anbieten eines Downloads von
Dateien ist analog § 15 Abs. 2 S. 1 UrhG a.F. als öffentliche
Wiedergabe zu behandeln. Wenn die öffentliche Zugänglichmachung und
das Einstellen von Informationen in ein Forum keinem Erwerbszweck
dienen und die Teilnehmer ohne Entgelt zugelassen werden, ist die
Vervielfältigung nicht zustimmungspflichtig.
Amtsgericht
Berlin-Charlottenburg, Urteil vom 17. November 2003, 236 C 105/03 –
Internet-Leseforum
LG Hamburg: Thumbnails
Die verkleinerte Wiedergabe von
urheberrechtlich geschützten Fotos („Thumbnails“) ist eine unfreie
Bearbeitung. Deutsches Urheberrecht findet auch dann Anwendung, wenn
geschützte Inhalte, die auf einem Server im Ausland abgelegt sind,
in Deutschland zugänglich gemacht werden.
Landgericht Hamburg,
Urteil vom 5. September 2003, 308 O 449/03 – Thumbnails
LG München I: Deep-Links im
Online-Pressespiegel
Die -
kostenpflichtige – Zusammenstellung einer Übersicht über von
verschiedenen Medien im Internet angebotene Presseartikel nebst
Einrichtung sog. Deep-Links auf den jeweiligen Text ist
urheberrechtlich nicht zu beanstanden. Die Angabe der Fundstelle und
Übernahme der Artikelüberschrift bzw. der ersten Zeilen des
jeweiligen Beitrages stellt weder eine urheberrechtswidrige
Vervielfältigung, Verbreitung oder Bearbeitung und Umgestaltung dar,
noch verwirklicht die fragliche Dienstleistung eine Verletzung der
Rechte des Datenbankherstellers.
Das Angebot
des Online-Pressespiegels erfolgt auch nicht unter
wettbewerbswidriger Übernahme einer fremden Leistung.
Landgericht München I, Urteil vom 1. März 2002,
21 O 9997/01 - Deep-Links
LG Düsseldorf: Symicron
Leitsatz folgt
demnächst.
Landgericht Düsseldorf, Urteil vom 29. August
2001, LG 12 0 143/01 - Symicron
LG Düsseldorf:
Schutz von Datenbanken
Bei einer im Internet veröffentlichten Sammlung
von Ortsangaben die mit weiteren Informationen zu örtlichen Aktivitäten
verknüpft sind, handelt es sich um eine nach § 87a Abs. 1 Satz 1
UrhG geschützte Datenbank, die gegen eine wiederholte und
systematische Verbreitung oder öffentliche Wiedergabe von nach Art
und Umfang unwesentlichen Teilen der Datenbank durch Dritte geschützt
ist, sofern diese Handlungen einer normalen Auswertung der Datenbank
zuwiderlaufen oder die berechtigten Interessen des
Datenbankherstellers unzumutbar beeinträchtigen.
Landgericht
Düsseldorf, Beschluss vom 10. August 2001, 12 O 330/01
-
Parkplatztreff-Datenbank
BGH: Spiegel-CD-Rom
Hat ein Fotograf einer Zeitschrift das
Recht eingeräumt, eine seiner Fotografien abzudrucken, erstreckt sich
diese Nutzungsrechtseinräumung nicht auf eine später erschienene
CD-ROM-Ausgabe der Jahrgangsbände der Zeitschrift.
Ist die erforderliche Zustimmung zu einer solchen CD-ROM-Ausgabe nicht
eingeholt worden, kann der Fotograf mit Hilfe des Unterlassungsanspruchs
gegen die ungenehmigte Verwertung seiner Werke oder Leistungen vorgehen.
Dem steht nicht der Einwand der unzulässigen Rechtsausübung entgegen,
auch wenn der Fotograf aufgrund vertraglicher Treuepflichten bei
rechtzeitiger Anfrage verpflichtet gewesen wäre, einer Nutzung seiner
Fotografien im Rahmen der CD-ROM-Ausgabe zuzustimmen.
Wird der Verletzer auf Ersatz des im Wege der Lizenzanalogie berechneten
Schadens in Anspruch genommen, führt die Zahlung nicht zum Abschluss
eines Lizenzvertrags und damit auch nicht zur Einräumung eines
Nutzungsrechts.
BGH, Urteil vom 5. Juli 2001, I ZR
311/98, MMR 2002, 231 - Spiegel-CD-Rom
BGH: Scanner
Im Zusammenspiel mit einem PC und
einem Drucker ist ein Flachbett-Scanner mit der dazugehörigen, auf dem
PC installierten Software geeignet, ähnlich wie ein herkömmliches
Fotokopiergerät eingesetzt zu werden. Die für die entsprechenden
Vervielfältigungsvorgänge geschuldete urheberrechtliche Vergütung ist
von den Herstellern und Importeuren der Scanner zu tragen.
BGH, Urteil vom
5. Juli 2001, I ZR 335/98 - Scanner
LG Köln: Werbeframes
Wer Teile
einer fremden, nach
§ 87 a Abs. 1 Satz 1 UrhG geschützten Datenbank (hier: lyrische Texte) in
einem Frameset darstellt und sie mit Werbebannern verbindet,
verbreitet die Inhalte in unzulässiger Weise. Eine solche Verbindung
zwischen fremder Werbung und eigenen Texten muss der Betreiber einer
Datenbank grundsätzlich nicht hinnehmen.
Landgericht
Köln, Urteil vom 2. Mai 2001, 28 O 141/01
- Werbeframes
LG Hamburg:
Napster
Die im Internet angebotene Software
"Napster", durch die ein Download von Musiktiteln im Internet
ermöglicht wird, verletzt die Rechte aus § 15 Abs. 2 UrhG zur
öffentlichen Wiedergabe. Diese Rechtsverletzung ist dem Anbieter von "Napster"
auch zuzurechnen, da "Napster" Verzeichnisse mit Suchmaschinenfunktion
anbietet und § 5 Abs. 2 TDG einer Haftung insoweit nicht
entgegensteht.
LG Hamburg,
Beschluss vom 26. März 2001, 308 O 98/01 - Napster
OLG
Hamburg: "Online-Lexikon"
Das Anbieten eines Links auf ein Online-Lexikon
kann eine Vervielfältigung im Sinne des § 16 UrhG darstellen, wenn
nach Anklicken des Links die verweisende Web-Site nicht
"vollständig verlassen" wird und die aufgerufene Site eine
Datenbank mit urheberrechtlich geschützten Einzeleinträgen enthält.
Wer ein Online-Lexikon für Dritte frei abrufbar im Internet anbietet
erteilt damit keine konkludente Zustimmung zu einem Link eines Dritten
in beliebiger Form.
Oberlandesgericht Hamburg, Urteil vom 22. Februar 2001, 3 U 247/00
- Online-Lexikon
LG Düsseldorf: Branchenbuch
Wer Daten für ein
Internet-Branchenbuchs aus öffentlichen zugänglichen Quellen sammelt und per Computer erfassen
lässt, erbringt keine "wesentliche Investition" iSv § 87a
UrhG. Die Zusammenstellung von Adressdaten für ein Branchenbuch
erfüllt nicht die Anforderungen an ein elektronisches Sammelwerk iSv §
4 UrhG. Mangels Sonderrechtsschutz für das Branchenbuch ist dann auch
ein Schutz nach § 1 UWG ausgeschlossen.
Landgericht Düsseldorf, Urteil vom 7. Februar 2001, 12 O 492/00
- Branchenbuch
LG Frankenthal (Pfalz): Haftung für Links
Hyperlinks innerhalb einer Linksammlung
unterfallen der Haftungsprivilegierung des § 5 III TDG.
Die Links haben lediglich die Funktion eines Türöffners für Dritte
und dienen nur der Erleichterung des Zugangs des Nutzers zu den
betreffenden Homepages, wobei die Inhalte auf fremden Rechnern
gespeichert sind und von diesem auch direkt zum Nutzer Übermittelt
werden.
Landgericht Frankenthal, Urteil vom 28. November 2000, 6 O
293/00 - Haftung für Links
LG Hamburg: Haftung für Links
Die Darstellung fremder Inhalte in einem Fenster "auf" der
eigenen Website bedarf der Zustimmung des Urhebers. Die
Veröffentlichung von Web-Seiten allein stellt noch keine konkludente
Zustimmung hierzu dar. Dies gilt jedenfalls dann, wenn die
Navigationsleiste des Browsers ausgeblendet wird.
Landgericht Hamburg, Urteil vom 12. Juli 2000,
308 O 205/00 - Linkhaftung
KG Berlin: Keine Herausgabe von
Originalstücken
Die Vermutung des § 10 Abs. 2 S. 1
UrhG ist auf Hersteller von Tonträgern im Sinne des § 85 Abs. 1 UrhG
nicht analog anwendbar. Das UrhG sieht einen Anspruch des Verletzten auf
Herausgabe von unberechtigt hergestellten Vervielfältigungsstücken eines
Originals an den Gerichtsvollzieher zum Zwecke der Vernichtung nicht
vor.
Kammergericht
Berlin, Urteil vom 30. Mai 2000, 5 U 555/99.
LG München: Urheberrechte an Musikdateien
Das Bereithalten von 800 fremden Musikstücken im MIDI-File-Format
auf dem Server eines Providers stellt eine unerlaubte Wiedergabe nach § 15 Abs. 2 UrhG dar. Da die Beklagte Kenntnis von
den Dateien hatte und das Bereithalten mit zumutbarem Aufwand zu
verhindern gewesen wäre, kann sie sich nicht mit Erfolg auf § 5 Abs. 2
TDG berufen.
Landgericht München, Urteil vom 30. März 2000, 7 O 3625/98
- Midi-files
OLG Köln: Elektronischer Pressespiegel
Ein so genannter elektronischer Pressespiegel, der dazu dient, auf
einem Server gespeicherte Informationen von extern abzurufen, ist weder
als „andere Zeitung", „Informationsblatt dieser Art" oder "öffentliche
Wiedergabe" im Sinne von § 49 I S. 1 UrhG anzusehen. Damit liegt im
Einscannen, der Speicherung und der elektronischen Wiedergabe mittels
E-Mail ein Verstoß gegen § 97 I UrhG.
Oberlandesgericht Köln, Urteil vom 30. Dezember 1999, 6 U 151/99 -
Elektronischer Pressespiegel
BGH: Marlene Dietrich
Werden Bestandteile des allgemeinen Persönlichkeitsrechts durch eine
unbefugte Verwendung des Bildnisses, des Namens oder anderer
kennzeichnender Persönlichkeitsmerkmale schuldhaft verletzt, steht dem
Träger des Persönlichkeitsrechts unabhängig von der Schwere des
Eingriffs ein Schadensersatzanspruch zu.
Die vermögenswerten Bestandteile des Persönlichkeitsrechts bestehen
nach dem Tode des Trägers des Persönlichkeitsrechts jedenfalls fort,
solange die ideellen Interessen noch geschützt sind. Die entsprechenden
Befugnisse gehen auf den Erben des Trägers des Persönlichkeitsrechts
über und können von diesem entsprechend dem ausdrücklichen oder mutmaßlichen
Willen des Verstorbenen ausgeübt werden.
BGH, Urteil vom 1. Dezember 1999, 1 ZR 49/97
-
Marlene Dietrich
LG Berlin: Nutzung von Bildern im Internet
Eine Veröffentlichung von zunächst nur für ein
Printmagazin erstellten Bildern im Internet ist eine gesondert zu
honorierende Nutzungsart.
Landgericht Berlin, Urteil vom 13. Oktober 1999, 16 O
803/98; 16 O 25/99; 16 O 26/99; 16 O 98/99; 16 O
99/99; MMR 11/1999, XXIII - Nutzung von Bildern im Internet
LG Köln: Link-Sammlung
Eine Sammlung von 251 ausgewählten und redaktionell gepflegten Links
ist zumindest als einfache Datenbank ohne Werkqualität nach §§ 87 a
ff. UrhG geschützt.
Landgericht Köln, Urteil vom 25. August 1999, 28 0
527/98 - Link-Sammlung
OLG Düsseldorf: Verwendung von Frames II
Einzelne Webseiten und die ihnen zugrundeliegende Auswahl und
Anordnung von Daten genießen keinen Schutz als Datenbankwerke gemäß §§ 4 Abs. 2, 87a
ff. UrhG und sind auch keine Ausdrucksform eines Computerprogramms i.S.v. § 2 Abs. 1 Nr.
1 UrhG. Wer Webseiten ins Internet stellt, muss mit Verweisen (Links) rechnen und ist
grundsätzlich hiermit einverstanden.
Oberlandesgericht Düsseldorf, Urteil
vom 29. Juni 1999, 20 U 85/98 - Frames II
Mit der Entscheidung wurde das Urteil des LG Düsseldorf, Urteil vom 29. April 1998, 12 O 347/98 bestätigt.
LG München: Internet-TV
Die Digitalisierung eines Fernsehmagazinbeitrages und die Verwendung im
Internet stellt eine eigene Nutzungsart dar, so dass diese Nutzung nicht
durch die Übertragung von Rechten zur Ausstrahlung im Fernsehen gedeckt
ist.
Landgericht München, Urteil vom
10. März 1999, 21 0 15039/98 - Internet-TV
BGH:
Elektronische Pressearchive
Darauf,
daß ein Mitbewerber im
Rahmen seiner geschäftlichen Tätigkeit regelmäßig fremde Urheberrechte
verletzt, können Ansprüche wegen unlauteren Wettbewerbs nicht allein
gestützt werden.
Ein
elektronisches Pressearchiv, das von einem Unternehmen zur Benutzung
durch eine Mehrzahl von Mitarbeitern eingerichtet wurde, ist kein
Archiv im Sinne des § 53 Abs. 2 Nr. 2 UrhG.
BGH, Urteil vom 10. Dezember 1998, I ZR 100/96
- Elektronische Pressearchive
LG
Köln: Schutz von Anzeigendatenbanken
Bei einer Online-Anzeigendatenbank mit
70.000 Einträgen handelt es sich um eine nach § 87a Abs. 1 Satz 1 UrhG
geschützte Datenbank, die gegen eine wiederholte und systematische
Verbreitung oder öffentliche Wiedergabe von nach Art und Umfang
unwesentlichen Teilen der Datenbank durch Dritte geschützt ist, sofern
diese Handlungen einer normalen Auswertung der Datenbank zuwiderlaufen
oder die berechtigten Interessen des Datenbankherstellers unzumutbar
beeinträchtigen.
Landgericht Köln, Urteil vom 2. Dezember 1998, 28
O 431/98 - Anzeigendatenbank
LG Berlin:
Urheberrechtsschutz für
Internet-Datenbanken
Die Sammlung
von (Klein-)Anzeigen auf einer Homepage im Internet stellt eine
Datenbank i.S.v § 87b Abs. 1 UrhG dar.
Das Anbieten
einer Meta-Suchmaschine, die wiederholt und systematisch Homepages
fremder Anbieter (insbesondere auf Stellenanzeigen,
Kraftfahrzeuganzeigen und Immobilienanzeigen) durchsucht, um das
Suchergebnis demjenigen auf Abruf im Internet zur Verfügung zu
stellen oder zuzusenden, der einen entsprechenden Suchauftrag
erteilt hat, ist unzulässig, denn der Betreiber der Datenbank hat
ein Interesse daran, daß beim Durchsuchen der Kleinanzeigen
Werbeflächen (sog. "Banner") wahrgenommen werden; dies ist nur bei
"manueller" Suche möglich, nicht bei der Datenbanknutzung durch eine
Meta-Suchmaschine.
Landgericht
Berlin, Urteil vom 29.09.1998, 16 O 446/98 -
Urheberrechtsschutz für Internet-Datenbanken
LG Köln:
Schutz von Datenbanken
Eine einstweilige Verfügung kann auch in der
Weise wirksam zugestellt werden, dass der Entscheidung eine ZIP-100-Disk beigefügt wird,
auf der sich nach Angaben des Antragstellers die Daten befinden, deren Veröffentlichung
verboten wird. Auch die Entnahme einzelner Datensätze aus einer Datenbank verstößt
gegen § 87b UrhG, ohne dass es auf den genauen Umfang der Entnahme ankommt.
Landgericht Köln, Urteil, 28 O 272/98 (nicht
rechtskräftig) Messe-Datenbank
In der Berufungsinstanz haben die
Parteien sich verglichen.
LG Köln: Linksammlung als Datenbank
Eine Liste von 251 Internet-Adressen in Form
einer Linksammlung im Internet ist als Datenbank im Sinne des § 87a UrhG geschützt.
Landgericht Köln, Beschluss vom 12. Mai
1998, 28 O 216/98 - Hyperlink-Datenbank
LG Düsseldorf: Verwendung von Frames
Internetseiten, auf denen lediglich Produkte eines Anbieters
dargestellt werden, sind in der Regel keine Werke im urheberrechtlichen Sinn und daher
urheberrechtlich nicht geschützt. Welche Vorstellungen Internet-Nutzer mit der
Darstellung von Inhalten in Frames verbinden, kann das Gericht ohne Hilfe
Sachverständiger nicht ermitteln.
Landgericht
Düsseldorf, Urt. vom 29.
April 1998, 12 O 347/98 - Frames I
Bestätigt vom Oberlandesgericht Düsseldorf,
Urteil vom 29. Juni 1999, 20 U 85/98 - Frames
II
BGH: Infobroker und Datenbanken
Wer im Kundenauftrag Recherchen in elektronischen Datenbanken
durchführt, darf die abgerufenen Dokumente nicht ohne Zustimmung des Urhebers
fotokopieren und an seine Kunden weitergeben, weil es sich hierbei nicht um eine freie
Vervielfältigung zum sonstigen eigenen Gebrauch i. S. d. § 53 Abs. 2
Ziff. 4a UrhG handelt.
Bundesgerichtshof, Urteil vom 16. Januar 1997, I ZR
9/96, ZIP 1997, 749 CB-Infobank I und
Bundesgerichtshof, Urteil vom 16. Januar 1997, I ZR 38/96, ZIP 1997, 755
CB-Infobank II
LG Hamburg: Kopieren von
Zeitungsartikeln
Das Kopieren
und Speichern von Beiträgen aus einer Wirtschaftszeitung in einer Datenbank zu dem Zweck,
einzelne Beiträge im Wege elektronischer Versendung an eigene Kunden weiterzugeben,
stellt keine nach § 53 Abs. 2 Ziff. 2 UrhG erlaubte Archivierung dar und verletzt
deshalb das Urheberrecht der Verlags.
Landgericht
Hamburg, Urteil vom 2. Mai 1996, 308 O 88/96
- Kopieren von Zeitungsartikeln
AG Nagold: Haftung für User
Ein Mailboxbetreiber hat dafür Sorge zu tragen, daß
Dritte aus seiner Mailbox keine urheberrechtlich geschützte Software herunterladen
können.
Amtsgericht
Nagold, Urteil vom 31. Oktober 1995, Ds 25 Js 1348/94
Mailboxbetreiber II.
OLG Düsseldorf: Eingeschränkte Shareware
Ein Sharewareprogramm, dessen gewerblicher Vertrieb in einer
beiliegenden Liesmich-Datei untersagt wird, darf ohne Erlaubnis des Nutzungsberechtigten
nicht auf einer CD verkauft werden.
Oberlandesgericht Düsseldorf, Urteil vom 26. Juli
1995, 20 U 65/9, NJW-RR 1996, 555 Liesmich-Datei.
LG Berlin: Urheberrechtsschutz bei Btx-Grafiken
Die Definition von bekannten Grafikelementen in
Bildpunktfelder ("BTX-Grafik") ist regelmäßig keine schutzfähige
Leistung, sondern als rein handwerkliches Schaffen anzusehen.
Landgericht Berlin, Urteil vom 6. Mai 1986, 16 O
72/86 - Winterlandschaft.