LG München I: Fremde Kennzeichen als Adwords
Die Verwendung einer fremden Zeichens als Adword
stellt auch dann eine Kennzeichenrechtsverletzung dar, wenn das
Zeichen in der Anzeige, die neben der Trefferliste erscheint, nicht
wiedergegeben wird.
Landgericht München I,
Beschluss vom 27. Oktober 2005, 9HK O 20800/05 - Beta Layout.
LG Hamburg: Verwechslungsgefahr bei »Livesuche«
Die für eine Markenrechtsverletzung erforderliche
Verwechslungsgefahr besteht auch dann, wenn eine fremde Marke auf
einer Website verwendet wird, ohne dass eine sachliche Verbindung
zwischen dem Angebot auf der Website und der Marke besteht. Streitwert:
75.000
€.
Landgericht Hamburg,
Urteil vom 9. August 2005, 312 O 512/05 – MOST.
LG Düsseldorf: Private Nutzung einer Website
Wird mit einer Domain eine rein privat genutzte
Website adressiert, scheiden Unterlassungsansprüche aus Marken- und
Titelschutzrechten aus. Allein die Tatsache, dass der Domain-Inhaber
erst nach einer Abmahnung und mehr als ein Jahr nach der
Registrierung eine Internetseite einrichtet, lässt noch nicht
zwingend auf eine geschäftliche Nutzungsabsicht schließen. Eine
Nutzung im geschäftlichen Verkehr wird zwar dann angenommen, wenn
eine Domain zum Verkauf angeboten wird, nicht aber, wenn ein
potenzieller Käufer umgekehrt an den Domain-Inhaber herantritt.
Landgericht Düsseldorf,
Urteil vom 1. Juni 2005, 2a O 9/05 - computer-partner.de.
LG Düsseldorf: Markenverwendung in Links
Es liegt keine markenmäßige Benutzung und damit
keine Markenverletzung vor, wenn eine Marke lediglich als Hinweis
auf das Angebot des Markeninhabers verwendet wird. Werden
verschiedene Anbieter von Waren und Dienstleistungen der Reihe nach
geordnet und thematisiert, liegt eine solche thematische
Aufbereitung im Interesse der im Internet suchenden Personen und
stellt daher keine unzulässige Markennennung dar. Streitwert: 50.000
€.
Landgericht Düsseldorf,
Urteil vom 27. April 2005, 34 O 51/05 – Markenlinks.
OLG Hamm: Treuhänderisch verwaltete Domains
Ein Namensinhaber kann einem Dritten
schuldrechtlich gestatten, bei der Registrierung einer Domain, die
den Namen enthält, als Domaininhaber nach außen aufzutreten. Andere
Namensinhaber können sich in einem solchen Fall nicht erfolgreich
darauf berufen, der eingetragene Namensinhaber sei nicht
Namensträger.
Oberlandesgericht Hamm, Urteil vom 25.
April 2005, 13 U 15/05 - Treuhand-Domain.
LG Düsseldorf: Verstoß gegen
Unterlassungserklärung
Wer sich nach einer Kennzeichenrechtsverletzung
durch die Nutzung einer fremden Marke in einem ebay-Angebot
strafbewehrt zur Unterlassung verpflichtet hat, verstößt gegen diese
Verpflichtung nicht, wenn er den Text einer bereits beendeten
Transaktion nicht löschen lässt, da ein solches Angebot nicht
allgemein zugänglich abrufbar ist. Das alleinige Belassen der Daten
auf der ebay-Seite stellt in einem solchen Fall bereits kein Handeln
im geschäftlichen Verkehrt mehr dar.
Landgericht Düsseldorf,
Urteil vom 16. Februar 2005, 2a O 176/04 - Gekreuzte
Schwerter.
LG Düsseldorf: Abmahnung bei .com-Domains
Wird der Inhaber einer Domain
unterhalb von .com vor Erlass einer einstweiligen Verfügung, mit der
die Übertragung einer Domain auf einen Dritten verhindert werden
soll, nicht abgemahnt, sind dem Kennzeichen-Inhaber die Kosten des
Verfügungsverfahrens aufzuerlegen, wenn der Domain-Inhaber den
Unterlassungsanspruch nach Widerspruch sofort anerkennt. Die bloße
Besorgnis, die Domain könne zwischen Abmahnung und Zustellung einer
Verfügung ins Ausland übertragen werden, reicht für einen Verzicht
auf das Erfordernis einer Abmahnung nicht aus.
Landgericht Düsseldorf,
Urteil vom 2. Februar 2005, 34 O 260/04 - Unentbehrliche
Abmahnung.