Warum Verben der Bewegung auch »Hausverben« genannt werden, haben wir noch nicht recht verstanden. Die sollten doch wohl eher »Außerhausverben« heißen. Wie auch immer: Der eine oder andere verstolpert sich offenbar in seinem Sprachschatz, sobald Bewegung in die Verben kommt.

 

Neulich fragt der Chef beim Mittagessen eine Mitarbeiterin: »Und Sie fahren im Sommer nach Mallorca?« Worauf diese ihn umgehend in seine sprachlichen Schranken verweist: »Ich fahre nicht nach Mallorca, ich gehe fliegen!«

 

Wahre Denksportaufgaben hat der Anwalt mitunter bei der Korrektur diktierter Schriftsätze zu lösen. Wer erinnert sich schon noch genau daran, was er am Vortag diktiert hat? Und darum rätselten wir die Tag gemeinsam, was denn der Kollege wohl mit der »Achse zur Realität« gemeint haben könnte. Es hat ein bisschen gedauert, dann kamen wir drauf. Diktiert war: »Wegen der strengen Akzessorietät der Bürgschaft...«. Was aber für die Mitarbeiterin offenbar gerade so viel Sinn gemacht hat wie: »Wegen der strengen Achse zur Realität der Bürgschaft...«.

 

Rechtsanwälte sollten halt die Achse zur Realität nicht verlieren und gefälligst Deutsch diktieren!

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