Oft wenden sich Mandanten an uns, deren Bilder oder Videos ohne Einverständnis im Internet gelandet sind, oder die von anderen Personen in Foren beleidigt werden. Das Problem liegt meistens darin, dass diese Videos oder Beiträge auf Websites zu sehen sind, deren Anbieter im Ausland sitzen. In solchen Fällen müssen wir unseren Mandanten leider mitteilen, dass sie sich  mit diesem bedauerlichen Umstand abzufinden haben. Wer als Anbieter einer Website seinen Server auf den Cayman-Inseln aufstellt, der tut dies gerade, um sich einer Haftung zu entziehen, und das in der Regel mit Erfolg. Wie schön, dass es jetzt die »Reputation Defender« gibt.

Über die wurde am 9. Oktober 2008 in der Sendung »Polylux« auf ARD berichtet. Diese Armee der Rufverteidiger macht es sich zur Aufgabe, den guten Ruf ihrer Kunden im Internet wieder herzustellen. Die Vorgehensweise klingt so banal wie einfach: Zu schlechten Bewertungen im Netz werden einfach gute hinzufügt. GENIAL! Darüber, wie die »Reputation Defender« allerdings Fotos und Videos aus dem Internet entfernen, schweigt der Beitrag.

Eine engagierte »Reputation Defenderin« erklärt im Beitrag einer jungen Kundin die Arbeit der Agentur wie folgt: »...wenn für mich dieser Eintrag, wie in Ihrem Fall, absolut unerwünscht ist, und mir Nachteile bringt, dann würde ich hier auf Entfernen klicken und einen entsprechenden Löschauftrag abgeben...«. Sollten wir unseren Mandanten jahrelang falsche Ratschläge erteilt haben? Ist das Entfernen unerwünschter Webinhalte doch so simpel?

Wohl kaum, wie der erste Kommentar zu dem Beitrag auf der Website der Sendung »Polylux« zeigt. Dort schreibt ein Besucher, dass er das im Internet kursierende Foto der im Beitrag erwähnten Schauspielerin auf Anhieb gefunden habe.

Der Journalist Thomas Knüwer beschreibt zudem in seinem Blog auf »handelsblatt.de«, wie ein  solcher Löschauftrag aussieht. Er selbst wurde nämlich von »Reputation Defendern« angeschrieben, er solle doch bitte den Inhalt, der sich mit dem Kunden befasst, von der Website entfernen. Ein Löschauftrag ist demnach nichts anderes, als die bloße Bitte, den Eintrag, das Foto oder das Video zu entfernen.

Für diesen »Service« nehmen die Ehrenretter übrigens zehn Euro im Monat. Dieses Geld dürfte selbst in einem Jamba Spar-Abo besser angelegt sein, denn  die entsprechenden Webseiten anschreiben kann der Betroffende auch selbst. Und wie bereits erwähnt, wird vielleicht das Handelsblatt auf solche Bitten reagieren, aber nicht der schirmchendrinkschlürfende Betreiber einer Website auf den Cayman-Inseln.

Vielleicht bekommen wir ja wegen dieser Anekdote auch demnächst Post von den »Reputation Defendern«, dann vermutlich in eigener Sache...

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