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    Ich habe bei Compuserve angefragt, welche persönlichen Daten dort über mich gespeichert sind. Der Dienst behauptet, zur Auskunft nicht verpflichtet zu sein, weil das Bundesdatenschutzgesetz auf die bei Compuserve gespeicherten Daten gar nicht anwendbar sei. Stimmt das?

Nein. Richtig wäre die Auskunft allenfalls dann, wenn tatsächlich alle Daten der Kunden ausschließlich auf dem Zentralrechner in Columbus/Ohio gespeichert würden. Tatsächlich werden aber -- davon ist wohl auszugehen -- einzelne Daten auch in Unterhaching auf Rechnern der Compuserve GmbH abgelegt. Ein Kundendienst wäre von dort aus sonst kaum vernünftig durchzuführen. Interessanterweise hat der Dienst in der Vergangenheit auf Anfrage einen Datenschutzbeauftragten namentlich benannt und zunächst auch schriftlich Auskünfte erteilt. Erst als einzelne Kunden anzweifelten, daß die mitgeteilten Daten vollständig seien, zog der Dienst sich plötzlich darauf zurück, die Daten würden ausschließlich bei der amerikanischen Mutter erhoben und gespeichert. Wäre die von CIS vertretene Auffassung zutreffend, müßten alle Teilnehmer ausländischer Online-Dienste fürchten, daß ihre Daten schutzlos durch die Netze schwirren. Denn wer investiert schon Zeit und Geld, nach der Einhaltung der im US-Bundesstaat Ohio etwa geltenden Datenschutzregeln zu fragen?